Alle Survival-Begriffe auf einem Blick.

A

Achter Buchtknoten

Mit dem Achter Buchtknoten kann schnell und einfach eine nicht rutschende Schlinge in die Mitte eines Seils geknotet werden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass sich dieser Knoten bei entsprechender Belastung sehr festziehen kann und damit nicht ohne Weiteres lösen lässt.

 

B

Bug-out bag (BOB)

Die Bug out bags werden neben der Abkürzung BOB auch als Notfallrucksack, Fluchtrucksack oder Personal Emergency Relocation Kits (PERK) bezeichnet. Sie verfolgen das Ziel, bei einem Notfall alle zum Überleben nützlichen Sachen in einem solchen Rucksack verstaut zu haben, damit die Gefahrensituation schnell mit dem Wichtigsten verlassen werden kann.

 

 

C

Chlortabletten

Chlortabletten können für Wasseraufbereitung auf Reisen allgemein oder im Outdoorbereich eingesetzt werden. Dazu wird je nach Dosierung und herstellerabhängig eine Chlortablette in einem Liter Wasser aufgelöst und im Anschluss 30 – 60 Minuten gewartet, damit die Wasserentkeimungstabletten auch zuverlässig wirken. In dieser Zeit werden Bakterien und Viren vom Chlor abgetötet.

Bei längeren Wartezeiten von >2 Stunden versprechen manche Hersteller wie bei den Katadyn Wasserentkeimungstabletten Micropur Forte MF 1T darüber hinaus auch, dass Giardia Parasiten (kleine Dünndarm Parasiten) keine Überlebenschancen mehr haben.

 

D

Daumenstift

Bezeichnung für ein Bestandteil bei Einhandmessern bzw. Klappmessern. Durch das Drücken auf den Daumenstift kann das Messer blitzschnell und ohne großen Kraftaufwand geöffnet werden. Einhändig bedienbare Messer mit fest arretierbarer Klinge dürfen nach dem §42a WaffG nicht ständig mitgeführt werden. Ausnahmen sind, wenn solche Messer in Zusammenhang mit einem “berechtigen Interesse” stehen (z.B. Beruf, Sport wie Angeln etc.).

Drahtsäge

Einfache Form der Säge, die aus einem Draht besteht. Sie lässt sich zusammenrollen und ist in sehr kleiner Größe erhältlich, weswegen sie Inhalt in vielen fertigen Survival Kits ist. Jedoch lässt sich eine Drahtsäge nur schwer spannen und verklemmt sich schnell im Holz.

 

 

E

Erste Hilfe

Bei der Ersten Hilfe handelt es sich um Maßnahmen, die von jedem in einer Notsituation durchgeführt werden können, wodurch Leben gerettet, schlimmere gesundheitliche Schäden reduziert und weitere Gefahren der eigenen sowie anderer Personen vermieden werden können. In Deutschland ist jeder dazu verpflichtet in einer Notsituation Erste Hilfe zu leisten.

 

F

Fluchtrucksack

Wie der Name bereits vermuten lässt, wird ein Fluchtrucksack für Notfälle gepackt, um in einer lebensbedrohlichen Situation die wichtigsten Materialien griffbereit verfügbar zu haben und von dem Ort “flüchten” zu können.

 

G

Grubenfeuer

Auch Polynesisches Feuer oder aufgrund des verdeckten Feuerscheins Soldatenfeuer genannt. Um ein solches Feuer zu erstellen, wird eine Grube ausgehoben und trockene Äste an den Grubenwänden aufgestellt. Auf dem Boden wird dann ein Feuer entzündet, welches sehr sparsam brennt sowie wetterfest und nahezu unsichtbar ist. Es eignet insbesondere um bei viel Wind eine Kochmöglichkeit zu schaffen.

H

Höhenmesser

Gerät, mit dem die Höhe des aktuellen Standorts bestimmt werden kann. Besonders bei schlechten Sichtverhältnissen und dem Fehlen wichtiger Punkte zu Orientierung kann ein Höhenmesser bei der Standortbestimmung nützlich sein. Die Messung der Höhe erfolgt i.d.R. barometrisch, also mithilfe des Luftdrucks, der indirekt Auskunft über die Höhenlage gibt. Dabei ist er abhängig von Luftdruckschwankungen, die durch das Wetter hervorgerufen werden (Hochdruck / Tiefdruck).

I

Inlett

Einlagige Schlafsäcke, die meist innerhalb eines größeren Schlafsacks oder unter einer Decke genutzt werden. Besonders in warmen Regionen werden sie aber auch einzeln benutzt. Zum Schutz vor Insekten gibt es Inletts, die mit Permethrin behandelt worden sind.

 

J

Jägerfeuer

= Lagerfeuer

K

Kompass

Dieses Gerät wird zur Navigation eingesetzt. Mit ihm kann die Himmelsrichtung bestimmt werden. In vielen Survival-Kits wird auch ein Mini-Kompass berücksichtigt.

L

Leatherman

Bei dem Leatherman handelt es sich um ein Multifunktionswerkzeug. Das besondere an diesem Outdoor Tool ist, dass das Hauptwerkzeug eine zusammenfaltbare Zange ist, in die weitere kleinere Tools wie Taschenmesser, Säge und Schraubendreher eingearbeitet sind.

 

Leatherman Multifunktionswerkzeug

Liner-Lock

Ent- und Verriegelungssystem, welches bei Klappmessern zum Einsatz kommt. Beim vollständigen Aufklappen des Messers rastet die Klinge durch eine im Klappmesser integriert Feder ein. Um das Klappmesser wieder zusammenklappen zu können, muss der Metallstift mit der Feder zu Seite gedrückt werden.

M

Multifunktionswerkzeug / Multi-Tool

Ein Multifunktionswerkzeug – auch Multi-Tool genannt – ist ein kleines tragbares Werkzeug, dass viele weitere kleine Werkzeuge beinhaltet und multifunktional eingesetzt werden kann. Typische Beispiele für solche Multi-Tools sind der Leatherman und das Schweizer Taschenmesser.

Multifunktionswerkzeuge gibt es in unterschiedlichen Größen, Formen und Ausführungen. Ihr größtes Anliegen besteht darin, möglichst platzsparend eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen in einem Gerät zu verpacken. Damit eignet es sich ideal für den Outdooreinsatz.

 

 

N

Notsignal

Unterschiedliche Möglichkeiten der Kommunikation um in Notsituationen über visuelle oder akustische Signale Hilfe anzufordern. Je nach Einsatzgebiet (z.B. Berg / Seefahrt) werden unterschiedliche Signalcodes verwendet. Notsignale können in Form von Funksprüchen, Hilferufen, Leuchtsignalen (Feuer, Rauch, Spiegel), Bodenzeichen, Körperzeichen, Signalpfeifen, Morsezeichen u.a. auftreten.

Die international anerkannten Notsignale sind:

  • SOS – Darstellung mit den Buchstaben aus dem Morsealphabet: kurz kurz kurz – lang lang lang – kurz kurz kurz (· · · – – – · · ·)
  • Bergnotsignal – 6 optische / akustische Zeichen innerhalb einer Minute, danach 1 Minute Pause, dann wieder 6 Zeichen in einer Minute usw. (z.B. mit Signalpfeife)
  • MAYDAY – via Funk

 

O

Orientierung ohne Kompass

Formen der Positions- und Richtungsbestimmung ohne einen Kompass als Hilfsmittel. Orientierung ohne Kompass ist u.a. möglich anhand von

  • Sternen – Mit dem Polarstern kann der Norden bestimmt werden. Er wird daher auch Nordstern genannt.
  • Sonne – “Im Osten geht die Sonne auf, nach Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehn”.
  • Sonne und analoge Armbanduhr – Stundenzeiger Richtung Sonne ausrichten und den Winkel zwischen Stundenzeiger und 12 Uhr halbieren um den Süden zu bestimmen. Zur Sommerzeit 13 Uhr nehmen.
  • Vegetation – Moos wächst bevorzugt an schattigen Orten und befindet sich daher bevorzugt an der Nordseite von Bäumen und Felsen

P

Peilung

Methode der Richtungsbestimmung bzw. Navigation. Ausgehend vom eigenen Standort wird die Postion bzw. Richtung zu einem Bezugspunkt (Ort, Gegenstand) festgestellt.

Q

Quartier

  1. Vorübergehende Unterkunft außerhalb der eigenen vier Wände z.B. in einem Zelt oder Biwak für den Outdoor-Bereich.
  2. Seitliche Schaftteile an einem Schuh, die an der Fersennaht beginnen.

R

Rautek-Griff

Der Rautek-Griff ist ein Rettungsgriff, mit dem Menschen aus einem Gefahrenbereich gerettet bzw. geborgen werden können. Der Griff wurde nach Franz Rautek benannt, der ihn entwickelt hat. Er ist u.a. Inhalt von Erste-Hilfe-Kursen. Um den Rautek-Griff anzuwenden greift der Retter der zu rettenden Person von hinten unter die Achseln. Dabei wird ein Unterarm der zu rettenden Person vor der Brust mit beiden Händen und den Fingern und Daumen auf der gleichen Seite gegriffen (kein Zangengriff). So kann auch eine schwerere Person rückwärtsgehend aus einem Gefahrenbereich gebracht werden.

Video zum Rautek-Griff

S

Schweizer Taschenmesser

Die Schweizer Taschenmesser zählen zu den sogenannten Multifunktionswerkzeugen oder auch Multi-Tools, da sie neben dem Messer weitere Werkzeuge beinhalten. Ursprünglich wurde das Schweizer Taschenmesser Ende des 19. Jahrhunderts für die Schweizer Armee entwickelt.

 

Zu der Standardausstattung eines Schweizer Offiziersmessers zählt:

  • Klinge
  • Dosenöffner
  • Schlitzschraubendreher
  • Ahle

Es gibt auch Schweizer Taschenmesser mit vielen weiteren Mini-Werkzeugen wie Schere, Feile, Korkenzieher, Pinzette, Säge und einigen anderen.

 

Survival-Kit

Bei einem Survival-Kit handelt es sich um eine Zusammenstellung wichtiger Hilfsmittel zum Überleben in Ausnahmesituationen. Der Begriff hat sich mittlerweile in Deutschland umgangssprachlich durchgesetzt, kommt aber aus dem Englischen und kann schlicht als Überlebenspäckchen oder Überlebensausrüstung übersetzt werden.

Mit einem Survival-Kit sollen die Grundbereiche des Überlebens mit Hilfsmitteln abgedeckt werden. Dazu zählen

  • Wasser & Nahrung
  • Feuer
  • Schutz
  • Signal
  • Orientierung

Darüber hinaus kann ein Survival-Kit Hilfsmittel für Reparaturen, Multi-Tools sowie besonders wichtig auch der Desinfektion & Wundversorgung enthalten.

 

T

Taschenmesser

Mit Taschenmessern sind Messer gemeint, die sich kompakt und gefahrlos zum Transport z.B. in der Hosentasche eignen. Für den Einsatz im Outdoor-Bereich empfehlen sich die Schweizer Offiziersmesser von Victorinox oder Wenger, wobei letztere seit 2013 nicht mehr unter dem Namen “Wenger” hergestellt werden. Die Schweizer Taschenmesser zählen zu den sog. Multi-Tools und vereinen neben dem Messer noch weitere Funktionen wie z.B. Schere, Ahle und Dosenöffner.

Es gibt natürlich noch viele weitere Anbieter von Taschenmessern, wobei besonders auf die Qualität geachtet werden sollte. Viele Billigprodukte werden den Ansprüchen des womöglich wichtigsten Outdoor-Survival-Tools nicht gerecht. In vielen Survival-Kits finden sich einfache Klappmesser, wobei die Qualität stark variiert. In der Regel ist das Taschenmesser eine Komponente eines fertigen Kits, welche durch ein hochwertigeres Taschenmesser oder größeres Messer ausgetauscht werden sollte. Im Notfall ist aber jedes Messer besser als gar kein Messer.

U

Überlebenszeiten im Wasser

Die Überlebenszeiten im Wasser sind stark temperaturabhängig und werden zeitlich bis zum Eintreten der Bewusstlosigkeit sowie der maximal möglichen Überlebenszeit unterschieden. Auf Wikipedia werden u.a. folgende Zahlen angegeben:

  • 0,3 Grad Wassertemperatur: weniger als 15min bis zur Bewusstlosigkeit, bis 45min maximale Überlebenszeit
  • 10 Grad Wassertemperatur: 1h bis zur Bewusstlosigkeit, bis 3h maximale Überlebenszeit
  • 21 Grad Wassertemperatur: 7h bis zur Bewusstlosigkeit, bis 40h maximale Überlebenszeit

 

 

V

Verbandskasten

Ein Behälter, der Verbandsmaterialien und andere Mittel zum Leisten von Erste-Hilfe-Maßnahmen enthält. In Deutschland sowie in vielen anderen Ländern gibt es z.B. für Fahrzeuge gesetzliche Auflagen zum Mitführen und Inhaltskomponenten, die ein KFZ-Verbandskasten erfüllen muss. Diese werden in einer sog. DIN-Norm geregelt.

W

Wasser entkeimen

Prozesse der keimfreien Aufbereitung von Wasser aus unbehandelten Quellen, bei der Vergiftungsgefahr bestehen könnte. Wasser kann auf unterschiedliche Weise entkeimt werden. Dazu zählen

  • das Abkochen von Wasser,
  • der Einsatz von Wasserfiltern und
  • die Zugabe chemischer Mittel

In diesem Beitrag erfährst du mehr zur Wasseraufbereitung.

Wellenschliff

Bestimmter Schliff einer Klinge. Durch die eingearbeiteten Abschleifungen/Kanten sieht die Klinge wellenförmig aus, daher der Name Wellenschliff. Bei der Benutzung entsteht ein punktuell größer Druck auf dem zu schneidenden Objekt als das bei einer glatten Klinge der Fall wäre. Daher spricht Böker von einem Reißen statt Schneiden. Typische Messer mit Wellenschliff sind z.B. Brötchenmesser.

X

Y

Z

Zecken

Lästige parasitäre Spinnentiere, die sich vom Blut anderer Lebewesen ernähren. Dabei können sie verschiedene Krankheiten übertragen. Es gibt weltweit insgesamt ungefähr 900 verschiedene Zeckenarten. Wer viel Outdoor unterwegs ist, wird diesen lästigen Zeitgenossen früher oder später über den Weg laufen.

Geschlossene Kleidung, die Verwendung von Repellents wie es sie auch gegen Mückenstiche gibt, das Meiden von Gebieten mit besonders hohem Risiko, Vorsorge durch Impfungen (FSME) und die Kontrolle der Haut nach einem Outdoor-Ausflug in die Natur (Erreger der Borreliose brauchen Zeit bis sie übertragen werden) können zum Schutz vor möglichen Folgen eines Zeckenstichs beitragen.